(16.08.-24.08.2008)- 2. Vestfjord-Cup in Steigen
Der Vestfjord-Cup ist ja nicht nur dem Namen nach ein Cup. Wir hatten für die 22 Teilnehmer Preise ausgeschrieben. So winkte dem Erstplatzierten eine Reise nach Steigen mit freier Terminwahl. Daneben hatten wir auch Sachpreise, wie z.B. eine hochwertige Balzer-Bootsrute und eine umfangreiche Köderausstattung. Klar, dass dies ein nicht zu unterschätzender Anreiz für die Männer war, nicht nur die Filetkiste im Auge zu behalten. Aber natürlich ist das auch wichtig und so waren am ersten Tag die Interessenten für das „Qualitätsangeln“ noch nicht so zahlreich gesät, wie an den folgenden Tagen. Wir hatten ja nicht nur – wie üblicherweise – ein Führungsboot, sondern gleich vier an der Zahl! Jeder Teilnehmer konnte deshalb wählen, mit welchem Guidingboot er rausfahren will bzw. welchem er folgen will. Ich bin am ersten Tag mit den Booten von Matthias und Mirko nach Norden gefahren. In dieser Region sind hauptsächlich Dorsche und große Seelachse zu erwarten. Mit den Seelachsen ist es natürlich im August noch etwas unsicher, weil die großen Schwärme erst eintreffen. Volker hatte von Anfang an den Süden im Visier, weil dort die Chance auf Heilbutt bedeutend besser ist. Wer die letzten Berichte verfolgt hat, der weiß, dass wir auf unserer letzten Tour gleich zwei Riesenbutts im Süden von Steigen auf die Planken werfen konnten.
Eigentlich wollten wir ja um halb acht starten, aber bekanntermaßen ist der erste Tag mit ein paar kleinen Anlaufschwierigkeiten verbunden. Letztlich waren die Boote gegen neun planmäßig unterwegs. Die Nordboote versuchten es in erster Linie an den bekannten Seelachsplätzen. Ich selber musste leider schon nach kurzer Zeit abdrehen, weil es mit dem Boot ein paar Probleme gab. Mirko und Matthias blieben im Norden, konnten aber außer einem „Ausrutscher-Seelachs“ von 14,5 kg keinen größeren Schwarm orten und versuchten es weiter auf große Dorsche. Ich war in der Zwischenzeit zum Bootstausch im Hafen und blieb dann in der näheren Umgebung von Flatoy (also vor der Haustür), um einige Spots an der Vestfjordkante abzusuchen. Anders als im Frühjahr waren die großen Fische kaum präsent, aber wir konnten einiges an guten Küchendorschen anlanden. Mirko erwischte im Norden noch einen guten Dorsch von 15 kg, allerdings außer Wertung. Bei Volker im Süden sah es ähnlich aus. Wer etwas abseits der Plateaus gezielt auf Heilbutt angelt, weiß, dass die Bisse nicht im Minutentakt kommen. Da sich zusätzlich die Dorsche mächtig rar machten, konnte von Beißorgien wahrlich nicht die Rede sein. Wie es aber so ist, hatten die wenigen Dorsche auf Volkers Boot eine gute Durchschnittsgröße und Achim (Joachim Kluss) kriegte am Nachmittag noch eine richtige Granate mit 16 kg auf den Gummifisch. Damit war der Tag ja praktisch schon gerettet, aber auf der Feierabenddrift hätte es beinahe noch mal richtig gescheppert. Auf ca. sechzig Meter kam wiederum bei Achim der Einstieg. Schon nach wenigen Sekunden war klar, das ist kein Dorsch! Während die Schnur mit Schmackes von der Multi gezogen wurde, holten die anderen die Angeln raus. Leider war die Aufregung umsonst, denn als der Fisch nach einigen Minuten in die zweite Flucht ging, schlitzte der Drilling aus. Es blieb für den ersten Tag bei dem Fazit. Die Messlatte für die Wertung war gesteckt: 16 kg waren zu überbieten! Das Wetter war traumhaft und die Aussichten weiterhin hervorragend!
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Der verlorene Butt vom ersten Tag war wohl mit der Hauptgrund, weshalb am nächsten Tag fast alle Boote nach Süden unterwegs waren. Und es fing auch grandios an. Schon auf dem zweiten Zwischenstopp kam bei mir der unverwechselbare Einstieg. Leider saß auch dieser Heili nicht richtig und mir blieben nur die eindeutigen tiefen Bissspuren auf dem 23er Relax-Gufi. Wie sich später herausstellte, hatten Matthias und Volker fast zeitgleich einen Butt im Drill, obwohl sie ca. zwei bzw. drei Kilometer entfernt waren. Matthias verlor den Fisch, Volker hatte mehr Glück! Der Fisch war mit 10 kg nicht riesig, zeigte aber, dass die Platten unterwegs waren. Und genau so war es auch.
Kaum 2 Stunden später gab es bei Matthias auf dem Boot einen kleineren Butt und dann stieg bei Olli (Oliver Dümke) auf meinem Boot ein besserer Platter auf der leichten Rute ein. Das gab natürlich ein Tänzchen! An die 20 Minuten leierte Olli an dem doch sehr leichtem Gerät. Das erste Mal zeigte er sich nach etwa 15 min, das zweite Mal nach gut zwanzig. Ich konnte zwar einige Fotos von dem etwa 20 kg schweren Fisch machen, aber bei der Landung ging er leider verloren. Wir wollten ihn nämlich nicht unbedingt harpunieren, was wohl ein Fehler war. Der leichte Pilker hing nämlich recht knapp und als wir den Kopf vom Butt nur ein wenig aus dem Wasser hoben, schüttelte der Butt mit schnellen und kräftigen Bewegungen den Pilker ab, der uns förmlich um die Ohren flog. Das kann passieren, muss natürlich nicht sein. Vor allem hätte dieser Fisch die Wertung angeführt. Am Nachmittag ging leider nichts mehr, was allerdings auch durchaus typisch ist. Die Platten haben ihre Fressphase und die endet dann auch abrupt. Wir konnten ja prinzipiell auch nicht klagen, denn Chancen hatten wir genug!!
Logisch, dass die Buttbegegnungen die Stimmung mächtig anheizte und so waren dann am Folgetag alle Boote beizeiten Richtung Süden unterwegs. Und schon innerhalb der nächsten zwei Stunden gab es auch richtig was zu vermelden. Der erste lag schon nach 20 min bei Bodo im Boot – wenn auch kein Riese. Nur kurze Zeit später einer bei Matthias und bei mir ein Verlust. Die Platten waren ganz offensichtlich aktiv, aber die Größen waren bescheiden. Das sollte sich schnell ändern! Olli testete heute den GIANT Jighead für Köderfische und jeder kennt ja wohl das Gesetz, dass die Fische genau beißen, wenn man gerade was anderes zu tun hat. Man kann 5 Stunden konzentriert angeln, in dem Moment, wenn man sich an die Reeling stellt und die Hose öffnet, kommt der Biss!! Bei Olli war es nicht die Hose, aber ein Telefonat mit seinem Schatz, das ihn fast die Rute incl. der Rolle gekostet hätte. Der Einstieg war kompromisslos! Ohne jedes Vorgeplänkel war die Rute krumm bis ins Handteil. Olli hatte die Rute bloss zwischen die Knien geklemmt und konnte wegen seiner Telefoniererei praktisch nicht reagieren. Das rächte sich auch nach kurzer Zeit! Olli hatte keinen richtigen Anhieb setzen können, der Fisch lief gegen die zu fest eingestellte Bremse und weil er ja das Telefon noch in der Hand hatte, konnte Olli nicht so reagieren, wie er das gerne gewollt hätte! Der Fisch kam ab! Ich stand daneben und ich kann im Nachhinein nur sagen: „Der war groß!“ Die nächsten zwei Stunden lief dann aber gar nichts mehr (auch auf den anderen Booten) und so verlegten wir uns am Nachmittag auf's Dorschangeln an den Plateaus.
Nur die Boote von Volker und Bodo blieben heilbutttechnisch am Ball und es sollte sich auszahlen, wenn auch erst am späten Nachmittag. Wir waren schon fast am Einpacken und stoppten noch mal kurz bei Volker, der einen kleineren Butt im Boot hatte und außerdem einen Aussteiger verbuchen musste. Sein Spruch war nur: “Da geht noch was!“ Und es ging noch was, denn als er eine Stunde nach uns in die Anlage kam, packte er uns einen Platten von 54 Pfund auf den Steg.
Der Folgetag lehrte uns, dass Angeln immer noch Angeln ist! Trotz fast perfekter Bedingungen mussten wir Fische suchen und ganz schön fahren, um auch welche zu finden. Die Drift passte, das Wetter war herrlich – und die Fische blieben den ganzen Tag mäklig. Es kamen noch ein paar Filetdorsche, aber kein Fisch, der die bisherige Rangliste ernsthaft gefährden hätte können.
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Der Tag, an dem Hörmann kam
Der Tag begann herrlich und Volker und ich beschlossen, heute auf einem Boot zu fahren. Wir wollten das Bild- und Filmmaterial für einen Steigenreport rund machen. Klarer Fall - im günstigsten Fall mit einem Heilbutt! Wir sind nach Süden raus während die meisten anderen Boote heute ihr Glück im Norden versuchen wollten. Bessere Bedingungen waren fast nicht vorstellbar. Ein paar Schäfchenwolken am Himmel, eine leichte Brise von Südwest und die Temperatur zwischen 15 und 20 Grad. Wir besorgten uns noch ein paar Köderfische und machten zwei oder drei Testdriften direkt innerhalb der Schären. Dieses Gebiet wird fast immer vernachlässigt,weil man in den schmalen Sandrinnen kaum einen großen Fisch vermutet. Die Driften waren auch nicht erfolgreich. Wir versetzten dann auch wieder Richtung Vestfjordkante. Kurz nachdem wir dort angekommen waren, kamen fast zeitgleich zwei Ereignisse, die unserer Zuversicht deutliche Dämpfer verpassen sollten. Ich weiß nicht, was als erstes kam: Die schwarze Wand im Süden oder der Anruf. Mit dem Anruf kündigte sich Andre Hörmann (DIN TUR) an, der von Bodoe auf dem Weg nach Steigen war und mit der schwarzen Wand eine rapide Wetterverschlechterung aus der gleichen Richtung. Zusammenhänge sind da nicht von der Hand zu weisen. Der Wind frischte schnell auf, leichtere Regenschauer setzten ein und der Wind nahm deutlich zu. Wir waren aber dicht am schützenden Schärengürtel, deshalb entschieden wir uns, zu bleiben. Ich warnte jedoch die anderen Boote im Norden vor, denn die mussten ja gegen den Wind zurück und waren deshalb in einer deutlich schlechteren Situation. Volker angelte weiter mit dem Seelachs am Jigkopf, wir (Achim, Peter und ich) waren weiter mit Gummifisch unterwegs. Neben zwei,drei Dorschen und einem Riesenlumb am Seelachs sollte erstmal nicht viel passieren.
Dann drifteten wir auf ein vorgelagertes Riff zu und da kam bei Achim (Achim König) der Einstieg, der die Wertungsliste verändern sollte. Er war gerade dabei, den Jighead ein wenig einzudrehen, da blieb die Rutenspitze stehen. Die sofortige Flucht zeigte uns nach Sekunden, dass es nur ein Fisch sein kann. Heilbutt! Wir holten sofort unsere Köder aus dem Wasser und machten die Harpune klar. Es dauerte aber noch einige Zeit, denn der Fisch war sehr agil. Wir mussten aber dringend die Richtung korrigieren, denn wir drifteten auf sehr flaches Wasser zu. Bei der mittlerweile schweren See war das nicht gerade einfach! Wir mussten ja auch den Fisch unter Kontrolle halten. Glücklicherweise hat uns da keiner beobachtet, denn wir haben garantiert den Eindruck von einem Haufen blutiger Amateure erweckt. Wie dem auch sei, letztlich habe ich den Fisch gut mit der Harpune erwischt, wir haben den Platten ins Boot gehievt und Achim konnte sein Glück kaum fassen. Ich muss allerdings sagen, er hatte den Fisch mehr als verdient, denn er war schon den dritten Tag mit dabei auf der „großen Jagd“ und hat damit auch eine Menge Stunden in Kauf genommen, in denen wirklich nichts passierte. Mit 52 Pfund war es kein ganz Großer, aber ein Fisch,auf den Achim wirklich stolz sein konnte und sein kann. Nicht nur, weil er die Wertung damit übernehmen konnte. Ich konnte noch einen 20pfünder drauflegen, aber dann kam der Anruf von Andree, dass er endgültig in Steigen angekommen wäre und danach ging auch überhaupt nix mehr. Wir packten langsam zusammen und machten uns auf den Heimweg, wo uns dann das endgültige Mißgeschick ereilte. Alle warteten schon, weil es sich schon rumgesprochen hatte, dass wir mit Butt in den Hafen kommen. Wir packten den Heili auf den Steg und als Andree auch auf dem Schwimmsteg auftauchte, wollte Volker aus dem Boot steigen, erwischte aber die Holzleiste zum Anbinden der Boote und riss sich die frische OP-Naht an der Ferse wieder auf. Das roch nach Krankenhaus! Das wurde allerdings erstmal vertagt.
Der letzte Tag in Reichweite und damit natürlich auch die letzte Chance, um an der Wertung noch etwas zu ändern. Aber kürzen wir das ab. Ich habe selber noch einen Dorschbrummer von 23 kg über erstaunlich flachem Wasser erwischt, aber Achim wurde ansonsten nicht mehr gefährdet. Der einzige vehemente und sehr sehr buttverdächtige Einstieg kam gleich bei der ersten Drift auf dem Boot von Achim und das war es dann auch insgesamt an Wertungsfischen. Ein erwähnenswertes Ereignis in der sprichwörtlich letzten Minute war ein Schwarm von Großdorschen, den Andree, Jochen und Olli auf der allerletzten Ausfahrt noch direkt vor der Haustür ausfindig machten. Nach ca. 10 Meterdorschen hatten sie Mühe, ihren Blutrausch noch zu zügeln. Glücklicherweise siegte
Was sich allerdings durch den Aufenthalt von Andree auch vertagte, war die gesamte Angelei. Der Folgetag fiel nämlich ziemlich komplett aus. Wir konnten zwar am späten Nachmittag noch zu einer kurzen Tour starten. Es war kein schönes Angeln bei dem immer noch straffem Wind, aber zum „Abkühlen“ reichte es allemale. Einige Dorsche und zwei kleine Butts waren aber die gesamte Ausbeute.
Nur der Vollständigkeit halber: Erstplatzierter war Achim König mit dem Heilbutt von 26 kg Joachim wurde mit seinen Dorsch von 16 kg zweitplazierter und Ludger kam mit seinen Seelachs von 14.5 kg auf den dritten Platz. (Volker war mit 27 kg logischerweise außer Wertung, genauso wie ich selber mit 23 kg Dorsch)
P.S. Neben der Wertung gab es noch eine Ausfahrt außerhalb der Wertung, weil ein paar Gäste (wegen Flugplanung) noch einen Tag länger vor Ort waren. Das war auch nur ein kurzer Nachmittag und soll auch nur erwähnt werden, weil Jörg hier zu seinem späten Erfolg kam – kein Riese, aber ein Butt! Ende gut, alles gut!
Einen großen Dank auch noch an Matthias, Mirko, Volker, Jürgen, die mit zum gelingen der Tour beitrugen, auch an Gabi, ohne die der Transfer zum Flieger nicht möglich gewesen wäre. Und natürlich auch vielen Dank allen Gästen, die an dieser Tour teilgenommen haben.
Danke an Euch und vielleicht sehen wir uns wieder im nächsten Jahr.
Für Volker und mich geht es weiter Richtung Norden nach Skjerstad am Kasfjord. Auf der Karte sieht es schon sehr spannend aus. Bis bald.
Petri Heil- Steffen
















